Geschrieben von SiS-Team 4 Min.Teilen Sie Koffein ist das am besten erforschte leistungssteigernde Mittel im Sport, und die Beweislage dafür ist fundierter als bei fast allem anderen. Koffein ist das in der Sportwissenschaft am besten untersuchte leistungssteigernde Mittel, und nach jahrzehntelanger Forschung ist das Fazit ungewöhnlich eindeutig: Es wirkt. Nicht im vagen Sinne der Nahrungsergänzungsmittelindustrie, der von einer „Leistungsunterstützung“ spricht. Sondern auf messbare, wiederholbare Weise in einer Vielzahl sportlicher Kontexte: Ausdauer, Kraft, Mannschaftssport, kognitive Funktionen unter Ermüdungsbedingungen. Die Wirkmechanismen sind gut verstanden, die wirksamen Dosierungen sind festgelegt, und die praktische Anwendung ist so unkompliziert, dass die meisten Sportler sie schon morgen umsetzen könnten, ohne sonst irgendetwas an ihrer Ernährung zu ändern. Warum wenden dann immer noch so viele Sportler es falsch an? Koffein wirkt, weil es direkt auf das Ermüdungssignal des Gehirns einwirkt Die leistungssteigernde Wirkung von Koffein beruht in erster Linie auf seiner Funktion als Adenosinrezeptor-Antagonist. Adenosin reichert sich während der Wachphasen im Gehirn an und löst das Gefühl der Müdigkeit aus. Koffein blockiert diese Rezeptoren, wodurch die geempfundene Anstrengung verringert wird und Sportler länger eine höhere Leistung aufrechterhalten können, bevor das Gefühl der Müdigkeit sie einschränkt. Das ist keine stimulierende Wirkung im eigentlichen Sinne. Koffein erzeugt keine Energie, sondern verzögert das Signal, das dir sagt, dass du aufhören sollst. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie erklärt, warum Koffein bei so unterschiedlichen sportlichen Anforderungen wirksam ist – vom 40-minütigen Zeitfahren über ein 90-minütiges Mannschaftsspiel bis hin zu einem intensiven Krafttraining. Das Ermüdungssignal ist universell. Genauso wie der Mechanismus, der es abschwächt. Die meisten Sportler profitieren schon davon, bevor die Trainingseinheit überhaupt losgeht Die höchste Plasmakonzentration wird typischerweise etwa 45 bis 60 Minuten nach der Einnahme erreicht, weshalb der richtige Zeitpunkt wichtiger ist, als den meisten Sportlern bewusst ist. Wenn du Koffein zu dir nimmst, sobald du das Fitnessstudio betrittst, oder während des Aufwärmens einen Kaffee trinkst, steigt die Konzentration der Substanz erst noch auf ihr Wirkungsniveau an, während der härteste Teil des Trainings bereits vorbei ist. Die Frage nach der Dosierung ist ebenso spezifisch. Wirkungen wurden bereits bei einer Einnahme von nur 2–3 mg pro Kilogramm Körpergewicht nachgewiesen, wobei die meisten Studien eine signifikante Leistungssteigerung im Bereich von 3–6 mg/kg feststellten. Darüber hinaus flacht der zusätzliche Nutzen tendenziell ab, während das Nebenwirkungsprofil – Angstzustände, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen – stärker ausgeprägt wird. Für einen 75-kg-Sportler entspricht das etwa 225–450 mg – ein Bereich, den ein starkes Pre-Workout-Getränk oder zwei Espressi problemlos abdecken können. Gerade bei den kognitiven Fähigkeiten lassen Mannschaftssportler das meiste ungenutzt Bei der Ausdauerleistung gibt es die umfangreichste Evidenzbasis. Koffein verkürzt durchweg die Zeiten bei Zeitfahren und verlängert die Zeit bis zur Erschöpfung beim Radfahren, Laufen und Rudern. Die Effektstärke ist in absoluten Zahlen gesehen eher gering – oft nur ein paar Prozent –, aber im Wettkampf bedeuten schon ein paar Prozent den Unterschied zwischen Podiumsplätzen. Für Mannschaftssportler ist das Bild ebenso eindrucksvoll, und die kognitive Komponente wird unterschätzt. Müdigkeit beeinträchtigt die Aufmerksamkeit und die Verarbeitungsgeschwindigkeit schon lange bevor sie die körperliche Leistungsfähigkeit mindert. Koffein sorgt nachweislich dafür, dass Sprintgeschwindigkeit, Entscheidungsgenauigkeit und Reaktionsfähigkeit in den späteren Phasen längerer, intermittierender Belastungen erhalten bleiben – genau dann, wenn Spiele gewonnen oder verloren werden – und wirkt gleichzeitig der geistigen und körperlichen Erschöpfung entgegen. Beim Krafttraining sind die Reaktionen variabler, doch die meisten Erkenntnisse sprechen für Verbesserungen beim Gesamtvolumen und bei der muskulären Ausdauer, insbesondere bei komplexen Übungen, die unter kumulierter Ermüdung ausgeführt werden. Der tägliche Gebrauch verwandelt ein Mittel zur Leistungssteigerung in eine Droge zur Erhaltung des Zustands Der tägliche Koffeinkonsum schwächt die leistungssteigernde Wirkung ab. Gewöhnte Konsumenten, die jeden Morgen Koffein zu sich nehmen, stellen damit eher ihre Ausgangsleistung wieder her, als dass sie einen Leistungsvorteil erzielen. Die Forschungsergebnisse sind hier nicht ganz eindeutig – manche Studien deuten darauf hin, dass die leistungssteigernde Wirkung auch bei gewohnten Konsumenten anhält –, aber die praktische Konsequenz ist es wert, beachtet zu werden. Wenn man höhere Dosen für Wettkämpfe oder wichtige Trainingseinheiten aufhebt, anstatt Koffein als täglichen Bedarf zu betrachten, bleibt seine Wirksamkeit erhalten. Eine kurze Abstinenzphase von drei bis fünf Tagen reicht aus, um die Toleranz deutlich zu senken, auch wenn die Entzugserscheinungen – Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche – echt sind und man sie besser einplanen sollte, anstatt sie zu ignorieren. Koffein verstärkt eine gute Vorbereitung, kann sie aber nicht ersetzen Koffein ist kein Ersatz für ausreichend Schlaf, die richtige Ernährung oder ein ausgewogenes Trainingspensum. Richtig eingesetzt, verstärkt es eine ohnehin schon solide Vorbereitung. Wird es jedoch als Krücke für eine mangelhafte Regeneration genutzt, verschleiert es Probleme, die irgendwann sowieso zum Vorschein kommen werden. Die Forschungsergebnisse sprechen eine klare Sprache. Die Umsetzung erfordert lediglich dieselbe Zielstrebigkeit, die Sportler auch bei allem anderen an den Tag legen. Geschrieben von SiS-Team SiS-Team Wir bieten erstklassiges Wissen, Einblicke in die Elite und Produktempfehlungen, um optimale Leistungslösungen für alle Athleten in einer Vielzahl von Ausdauersportarten anzubieten. Weitere Artikel des Autors